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Nicht "zielgerichtete" Streiks...  

lanjenshin
6/10/2009 9:00 am

Last Read:
7/21/2009 9:19 am

In diesem unserem Staat unterscheiden wir zwischen zwei Arbeitgebern:

1. private Wirtschaftsunternehmen (die mit ihrem privaten Kapital wirtschaften und an Gewinnmaximierung interessiert sind)
2. öffentlicher Dienst (der mit Steuern wirtschaftet und daher nur an Kostendeckung interessiert ist)

Es ist leicht einzusehen, daß Arbeitgeber zu 1. bestreikt werden, wenn die Arbeitnehmer unzufrieden (zb. Mit dem Lohn oder Gehalt) sind und man sich auf „verbesserte“ Bedingungen einigt.
Allerdings trifft man mit der Bestreikung der Arbeitgeber zu 2. häufig diejenigen, deren Schutz eigentlich gewahrt werden sollte (z.b. Eltern, wenn Erzieher oder Erzieherinnen streiken).
Daß einer zu hohen Forderung seitens der Gewerkschaften Steuererhöhungen bzw. Schließung von „Kostenträgern“ folgt, ist dann wohl absehbar.
Dadurch haben dann die Gewerschaften auf Umwegen eine höhere Arbeitslosigkeit „in Kauf“ genommen, um ihre Ziele zu erreichen.
Spätestens jetzt sollte man sich die Frage stellen, was in unserer Gesellschaft wichtig ist:
1. Ein höherer Verdienst und die Gewißheit, daß der Nachbar oder die Nachbarin demnächst arbeitslos sein wird oder
2. Verteilung der Arbeit auf möglichst viele, so daß auch der Nachbar oder die Nachbarin wieder eingestellt werden kann?
nanagina2
2 posts 

6/13/2009 10:51 am

Hi Shin.....

also bei uns unterscheidet sich der Staat ned vom kohlegeilen Unternehmer....Beide wollen maximalen Gewinn bei möglichst wenig Einsatz....bei uns noch immer die 45 Stundenwoche grösstenteils gilt! (ausser bei Staatsbetrieben)

Der Staad allerdings kann eher auch mal rote Zahlen schreiben... weil die ja schlussendlich durch den braven Steuerzahler gedeckt sind....lol

liebe Grüsse nanagina2

madmatt
136 posts 

6/16/2009 9:48 am

Also, da ich selber beim "Staat" arbeite, gebe ich auch mal meinen Senf dazu.
Erstmal eien Frage: wer oder was ist denn "der Staat"?
Wenn man also den aktuellen Streik der Erzieherinnen zum Anlaß nimmt...wer in der freien Wirtschaft, der eine qualifizierte Ausbildung hat, würde für 1.900,--€ brutto ganztags arbeiten?
Dazu mit vielen Überstunden (natürlich unbezahlt) und weiteren Aktivitäten (Elternsprechzeit, Ausflüge...)?

Zu Deiner Frage: natürlich muß ganz klar gesagt werden: nur der, der arbeitet und etwas dafür tut (Ausbildung, Fortbildung etc.) soll auch anständig verdienen. Es bringt nichts, Arbeit auf viele zu verteilen...weil viele ja gar nicht qualifiziert sind, und/oder gar nicht arbeiten wollen.
So ist das Gesetz des Marktes. Wer nix schafft, kriegt auch nix.

Im Übrigen ist es "dem Staat" gar nicht erlaubt, nach monitären Gesichtspunkten zu "wirtschaften". Es wird daher weder Gewinn maximiert (das geht sowieso nicht, höchstens kann man Gewinn optimieren!) noch kostendeckend arbeiten (das kann er gar nicht).
Man soll mal nicht vergessen, daß "der Staat" zur Einhaltung von Recht und Gesetz geschaffen ist.
Und wer will Rechtssicherheit, Demokratie und inneren Frieden mit Geld beziffern?
Oder soll sich ein Privatunternehmen um alles kümmern?
Gefängnisse von Wachgesellschaften? Polizei und Feuerwehr ebenfalls?
Meldewesen durch Private? Dann spart mal auf einen Personalausweis..der kostet nämlich "kostendeckend" über 100,--€. Bei Gewinn für den Privaten vielleicht 120,--€?
Kindergärten nur privat ohne staatliche Hilfe? 1200,--€ pro Monat?

Also, bevor hier der "Staat" schlechtgemacht werden soll, wäre eine differenzierte Vorabinformation sinnvoll.

lanjenshin
42 posts 

7/9/2009 9:30 am

Hallo Madmatt
Ich mache hier niemanden "schlecht" - Ich bin auch der Meinung, daß sie Leistung auszahlen sollte
Beim aktuellen Streik der Kindergärtner/innen müssn die Steuerzahler (und die Mütter sogar doppelt) zahlen - Außerdem müssen Mütter (oder Väter) die Beschäftigung des Nachwuchses sichern, weil eben der Staat
1) bestreikt wird
2) trotzdem (dafür, daß der Platz "da" ist) Geld haben will
3) durch Elterninitiative zusätzlich Kosten verursacht

Mein Blog ziehlt eben darauf hinaus, daß dritte (hier die Eltern) bestraft werden, obwohl sich andere (Staat und Kindergärtner/innen streiten)

Mein Deutschlehrer hätte Deinen Kommentar mit den Worten kommentiert "THEMA LEIDER VERFEHLT")

Ansonsten mag "Dein Senf" (wie Du ihn nanntest) ja ganz gut sein, aber... - wie leider am Thema vorbei (eben vefehlt...)

Lanjenshin

madmatt
136 posts 

7/14/2009 11:58 pm

Hi Lanjenshin,

tja..da sieht man mal wieder, daß die Schulbildung den Bach runter geht. Schade, daß Du so einen miesen Deutschlehrer hattest.

Aber erklär mir mal, was ein Streik bringen soll, wenn keiner davon betroffen ist? Es muß ja weh tun, ansonsten ändert sich nichts.
Ob es nun die Eltern (im aktuellen Fall) sind oder Fluggäste oder Bahnfahrende...es muß jemanden treffen, damit Druck auf die Arbeitgeber aufgebaut werden kann.
Das ist ein übliches rechtstaaliches Verfahren.
Was ist denn die von Dir vorgeschlagene Alternative? Streiks bei Kindergärten verbieten? Und damit dann Tür und Tor öffnen für willkürliche Gehaltszahlungen?
Ich denke, an Deiner Schule war nicht nur der Deutschunterricht mies, sondern auch der Politikunterricht, der Staatskundeunterricht, Zivilrechtsunterricht....

Ich verstecke mich nicht hinter Lehrern, denn zu meiner Zeit hatten wir noch engagierte...ich sag es aus tiefer Überzeugung: bitte nächstes mal umfassend informieren, bevor man geistige Schnellschüsse produziert.
Es gibt ein nettes Zitat: Man mekt, wenn man weiß, wovon man spricht!
DAS hatte ich übrigens in meinem Deutschunterricht gelernt

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