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Warum machen wir uns das Leben nur so schwer?
lanjenshin
8/1/2008 9:55 am

Last Read:
11/2/2008 2:26 am

Wir gehen zur Schule, obwohl wir das nicht wollen – denn hierzulande ist das eine Pflicht!
Doch anstatt das Beste daraus zu machen und diese Zeit zu genießen, wollen wir die „Besten“ sein, setzen uns einem hohen Leistungs- und Erwartungsdruck aus und vergessen, daß es auch noch ein Leben außerhalb von Schule und Leistungsdruck gibt. Im Gegenteil: Diejenigen, die es verstehen, zu „leben“, werden systematisch ausgegrenzt, obwohl wir sie heimlich bewundern!
Warum können wir nicht gemeinsam so „leben“ wie wir das uns nur „im Stillen“ erlauben?

In der Familie wollen wir die anderen Geschwister „überflügeln“ und wetteifern um die Gunst der Eltern, da wir als bestes Kind gelten wollen.
Warum können wir nicht in Frieden mit den anderen Geschwistern leben und so den Eltern manchen Kummer ersparen?

Nach der Schulzeit wollen wir den „Besten“ Beruf erlernen, viel Geld verdienen, wenig arbeiten und viel Freizeit haben und es macht uns krank, wenn Andere etwas „Besseres“ machen, als wir.
Warum können wir nicht einfach machen, was uns Spaß macht, was wir können und damit zufrieden sein, daß das Einkommen zum Leben reicht?

Nach der Ausbildung wollen wir schnell Karriere machen, den schönsten Partner haben, das größte Haus bewohnen und die meisten Kinder unser Eigen nennen.
Warum können wir nicht damit zufrieden sein, daß das Einkommen unseren Lebensstil zulässt, der Partner uns liebt und wir die Kinder haben, wozu beide Partner bereit sind?

In der Freizeit wollen wir uns mit Anderen unterhalten, aber wir möchten lieber nicht erkannt werden.
Warum können wir uns nicht offen zu unserer Persönlichkeit bekennen (siehe Blog „Warum nur“, wo es um mehrere Nick’s geht)?

Wir möchten gerne tun und lassen, was wir wollen, haben aber Furcht vor den Folgen.
Warum können wir nicht manchmal unbeschwert sein?
Warum müssen wir immer daran denken, daß unser Tun „beobachtet, registriert und ausgewertet“ wird?

In allen Lebenslagen wird jede Aussage (sei sie noch so banal) und jedes Tun (auch wenn es vermeintlich nicht in der Öffentlichkeit geschieht) „beobachtet“ und auf die „Goldwaage“ gelegt, zensiert und bestimmt damit unseren Wert.
Warum werden wir nicht an den Leistungen oder dem Charakter gemessen und müssen uns für Dinge rechtfertigen, die wir nur aus „Spaß“ machen?

Im Linienbus sitzen wir (vor allem, wenn wir jünger sind) auf der Rückbank, obwohl wir wissen, daß bei geöffnetem Fenster der Fahrtwind gerade die Rückbänkler zum Frösteln anregt und wir uns dann lauthals beschweren.
Warum können wir uns nicht so verteilen, daß wir angenehm und ungestört reisen können?

Wir wollen alle in Frieden leben und hassen doch unsere Nachbarn aus längst vergessenen Gründen.
Warum können wir nicht kulant sein und auch mal vergessen?

Wir wollen alle in Frieden und Luxus leben und uns frei entfalten, aber vergessen die Grenzen, die uns die Entfaltungsmöglichkeiten des Nachbarn setzen.
Warum können wir nicht tolerant genug sein und daran denken, daß „Wir“ aus „vielen“ bestehen?

Wir wollen alle in Frieden leben und haben auch alle Recht. Deswegen kommt es häufig zu Gewalt, die niemand versteht, weil jeder Recht hat.
Warum können wir nicht begreifen, daß Recht manchmal (je nach Kultur) relativ ist?
Warum können wir nicht nach dem Spruch „Der klügere gibt nach“ auch mal nachgeben und notfalls verzichten?

Wir wissen alle, daß dunkle Farben heiß werden können (besonders hinter Glas).
Warum sind (fast) alle Autos zunächst mit schwarzen Armaturenbrettern ausgestattet?

Wir wollen alle gerne von Energie profitieren, die bereits da war, als es uns noch nicht gab und wissen genau, daß diese nicht endlos vorhanden ist. Wir wissen, daß knappe Güter der gerechten Verteilung wegen „bewirtschaftet“ werden müssen (Wirtschaft = Knappheitsminderung) und wundern uns aber, daß endlich vorhandene Güter – je näher es dem Ende zugeht – teurer werden. Wir schreien allzu oft nach staatlichen Subventionen und bedenken nicht, daß wir damit unseren Kindern einen „Schuldenberg“ hinterlassen. Wir „ignorieren“ die Staatsverschuldung und wollen weitere Steuererleichterungen, sobald einige Kassen gefüllt sind.
Warum können wir nicht demütig das ertragen, was nicht zu beeinflussen ist?
Warum denken wir nicht an unsere Kinder und „vererben“ denen keinen schuldenfreien Staat?
Warum begreifen wir nicht, daß Schulden nur dann weniger werden, wenn man sie zurückzahlt?
Warum wollen wir unseren Kindern keine „rosige“ Zukunft gönnen?

Wir sind mit einigem in unserem Leben unzufrieden und beschweren uns mehr oder weniger lautstark bei unseren Mitmenschen, anstatt selbst zu versuchen, unsere Lebenssituation zu ändern.
Warum sind immer nur die Anderen schuld?

Wenn wir uns mal zufällig treffen, dann wird nur „gesmalltalked“ (von „Small-Talk“) und selten etwas sinnvolles gesagt. Es wird mit allem angegeben, nur um die Gesprächspartner auf allen möglichen Gebieten zu überflügeln und selten wird ohne Not wahrheitsgemäß auf Fragen geantwortet.
Warum können wir nicht einfach reden, ohne daran denken zu müssen, daß man ausgenutzt werden kann?
Warum können wir nicht mehr „authentisch“ sein und alles aussprechen, was uns bewegt?

Wir wissen (fast) alles, wundern uns jedoch, wenn sich unser Wissen als Richtig herausstellt (zb. Klimawandel), wollen aber nie die ersten sein, wenn es darum geht, zu handeln.
Warum wenden wir unser Wissen nicht zu unserem Wohl an?

Wir wollen alle in Frieden leben und haben auch alle Recht. Deswegen kommt es häufig zu Gewalt, die niemand versteht, weil jeder Recht hat.
Warum können wir nicht begreifen, daß Recht manchmal (je nach Kultur) relativ ist?
Warum können wir nicht nach dem Spruch „Der klügere gibt nach“ auch mal nachgeben und notfalls verzichten?
(Ich bemerke oft, daß man mir die Chance gibt, als der „Klügere“ zu gelten) 

Seit frühester Kindheit werden Vergleiche angestellt (von Eltern, von Freunden, von Lehrern usw.).
Warum ist das so?
Warum werden wir nicht so beachtet, wie wir sind, als einzigartige Persönlichkeiten?
Inge4
135 posts 

8/12/2008 3:53 pm

so fantastisch ausgedrückt habe ich es noch nie gelesen / gehört, danke, Lanjen
(obwohl ich auch nicht weiß, warum ich auch fast immer fast alles so wie "alle" zu machen versuche ... )
Ania

die

hap2006
102 posts 

8/29/2008 3:53 am

Weil wir Menschen sind....

gruß hap

lanjenshin
33 posts 

9/6/2008 1:49 am

    Quoting hap2006:
    Weil wir Menschen sind....

    gruß hap
Hallo Hap

Da hast Du ganz recht.
Eine Antwort darauf hab' ich auch in dem Blog "Was kann man von einem Menschen erwarten" versucht, zu schreiben!

Dein Lanjenshin

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