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| Erkenntnis und Wahrheit - ein Gedankenspiel |
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6/12/2008 2:19 am
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Heute werde ich mal teils philosophisch, teils wissenschaftlch. Kürzlich habe ich mich mit einem promovierten Philosophen über die Frage Wahrheit unterhalten. Da kam dann auch das Gedenakenspiel von "Schrödingers Katze" zur Sprache. Beide fanden wir das Postulat aus dem Gedankenspiel absurd, obwohl es wohl in der Welt der Physiker vertreten wird. Was sagt das Gedankenexperiment aus? Ich versuche mal, es in Kürze zu umreißen:
Eine Katze wird in eine Kiste gesperrt und verkabelt. Aus dieser Kiste sind keinerlei Informationen über den Zustand der Katze zu entnehmen (Kein Geräusche etc.). Nun wird die verkabelte Kiste an ein Aggregat angeschlossen, in dem sich durch Zufall (z.B. Kernzerfall) in einer bestimmten Zeit die Wahrscheinlichkeit ergibt, daß die Kiste zu 50% unter Strom gesetzt wurde und die Katze tot ist. Nehmen wir an, diese Zeitpanne beträgt 5 Minuten. Nach 5 Minuten müßte die Katze als entweder tot oder noch lebendig sein. Wir wissen es aber nicht. Für mich und meinem Philosophen-Kollegen ist unerheblich, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist..sicher ist, die Katze ist entweder lebendig oder tot. Eine Aussage ist wahr, eine falsch. Die Physik rechnet jedoch mit Wahrscheinlichkeiten. Daher wird postuliert: die Katze ist weder tot noch lebendig. Manche gehen sogar soweit, daß bis zum Zeitpunkt der direkten Beobachtung der Katze (also Öffnung der Kiste) zwei Katzen - jeweils eine tot, eine lebendig - vorhanden sind. Erst durch Beobachtung bricht die Wellenfunktion der Wahrscheinlichkeit zusammen und manifestiert eine Wahrheit. Mit anderen Worten: in der Wissenschaft ist erst das wahr, was beobachtet werden kann. Alles, was nicht zu beobachten ist (also beweisbar ist), ist nur zu bestimmten Wahrscheinlichkeiten wahr. Mich würde interessieren, wie das von Euch gesehen wird? Gibt es eine absolute Wahrheit, die unabhängig von einer Beobachtung und Beweisbarkeit existiert? Oder kann nur das wahr sein, was bewiesen werden kann? Ich weiß - schwieriges Thema. Mal was anderes als "Zickereien im Chat"
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122 posts 6/28/2008 7:11 pm |
wirklich schwere Frage, ich würde sagen alles was zu beweisen ist und man es sehen kann ist die Wahrheit, wie du schon schreibst laut Wissenschaft. Ob die Katze überlebt hat wird man nach dieser Zeit dann sehen, wahrscheinlich überlebt sie das Metyrium nicht. Aber das man eher vom Blitz getroffen wird als im Lotto gewinnt, ist eine Tatsache ( Wahrscheinlichkeitstheorie) und statistisch auch bewiesen. Wenn jemand eine Hypothese aufstellt muss er diese auch beweisen können.Was zu beweisen ist. Ja, die nervenden Zickereien, kann man ja beweisen, denn wir lesen ja jeden Tag den Mist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das aufhört ist irgendwann gegeben. Nur der Zeitpunkt ist noch fraglich. Ich hoffe du kannst mit meiner Antwort was anfangen.
LG von Wespi Bin auf dein Schüttelreim gespannt.
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91 posts 6/29/2008 3:05 am |
Hallo Wespi,
Du hast Deine Ankündigung wahr gemacht und einen Kommentar gepostet. Danke für die Meinung. Die ist sehr angelehnt an die mathematische Sichtweise. Da ich mit Mathematik immer auf Kriegsfuß stand (ich bekam fast nur eine "Beton-Fünf"), teile ich sie nicht. Ich denke, es gibt Wahrheiten, unabhängig davon, ob wir sie beweisen können. wer sind wir schon, daß wir uns anmaßen, alle Wahrheiten jemals zu kennen? Einfaches Beispiel: Du triffst jemanden auf der Straße, der da mit beiden Händen hinter dem Rücken verschränkt steht. Nun kannst Du sagen...der hat keine Hände. Oder nur eine Hand. Oder eben doch zwei. Also drei Möglichkeiten. Die Wahrscheinlichkeit besteht also zu 33, 33333...%, daß eine Möglichkeit zutrifft. Aber nur eine Wahrheit ist zu 100% richtig. Und die bleibt auch richtig, selbst wenn Du nicht hingehst und hinter seinen Rücken guckst. Daher denke ich, die Wahrheit ist unanbhängig von einer Beobachtung (eines Beweises). Aber wer bin ich schon? Weder Mahematker noch Philosoph 
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122 posts 6/30/2008 3:33 pm |
Hi Mad,
also ich würde hinter den Rücken schauen, dat ist Neugier und dann wüsste ich es auch 100 %ig. Aber Mathe und Physik war in der Schule mein Lieblingsfach. Leider brauch ich das heute kaum noch.
Es schon interessant, was man aus vielen Gedankenspielen machen kann und jeder hat ne andere Meinung. und das ist auch gut so.
LG von Wespi
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91 posts 7/2/2008 2:26 am |
Hi Wespi, oha, Mathe und Physik Lieblingsfach? War nett, Dich gekannt zu haben  Nee..im Ernst - Mathe habe ich nie begriffen. Bei Analysis und Integralrechnung bin ich abgespackt. Da mag ich lieber die Juristerei, denn "Judex non calculata!" Und damit ist auch mein Vater (Ingenieur mit brillianten Mathe-Kenntnissen, was in meiner Jugend Anlaß zu grausamen Zwistigkeiten gab) widerlegt, der da meinte, Mathe braucht man immer wieder im Leben. Und zwei Parallelen treffen sich trotzdem nicht im Unendlichen!

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89 posts 7/7/2008 2:18 am |
Schrödingers Katze kauft auch kein whiskas.... Hi mad, was ist Wahrheit? wahrheit gibt es weil Menschen sprechen können und erstmal den Begriff der Wahrheit erfunden haben.. ohne Hirn und Interpretation durch den Mensch keine Wahrheit.. Realität gibt es nicht ohne den Beobachter der diese Realität beschreibt. Erst dann wird ein Status Quo zum Status Quo: Einer muss sagen was wahr ist oder nicht. Auch du möchtest von anderen ein Statement dazu ob Schrödingers Katze nun lebt, tot ist oder vielleicht in einem Zwischenstadium steckt, was ohne Beobachter nicht beschrieben werden kann. Wahrheit entsteht nur durch den Beobachter. Psychologisch gesehen hat somit auch jeder seine persönliche Wahrheit und der Begriff Objektivität gewinnt an Fraglichkeit. Liebe Grüße Hap2006 PS. Rosenthaleffekt ist auch interessant nachzulesen Juristen brauchen und können zum Glück nicht rechnen aber Psychologen schon 
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89 posts 7/7/2008 2:19 am |
ach noch ein Tipp: Watzlawik: wie wirklich ist die Wirklichkeit.. sehr schönes Buch um sich mit diesem Thema philosophisch zu beschäftigen  Gruss hap
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91 posts 7/7/2008 11:32 pm |
Danke Hap für Deine Meinung. Wie gesagt - ich wollte hier nur mal eine Diskussion anstoßen. Mein Kollege ist promovierter Philosoph (bevor er dann etwas "Richtiges" studiert hat und in unsere Abteilung kam). Wir beide sind der Meinung, Wahrheit existiert unabhängig von einer Beobachtung. Das Universum hat auch schon existiert, bevor es Menschen gab, die es beobachten konnten. Das läßt sich sogar mathematisch herleiten. Bei der Frage der subjektiven Wahrheit, gebe ich Dir Recht. Diese entsteht erst in den Köpfen durch Beobachtung oder u.U. durch Nachdenken. Aber ob subjektive Wahrheit sich mit der objektiven deckt, ist oft fraglich. Früher galt als Wahrheit, daß die Erde eine Scheibe sei. Oder man glaubte (die alten Griechen), daß Licht aus den Augen gesendet wird und erst dadurch das Sehen ermöglicht wurde. Heute wissen wir, daß diese subjektiven Wahrheiten nicht stimmen. Falsche Beobachtung? Falsche Interpretation? Oder gibt es gar eine falsche Wahrheit?
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